“Stimmen” – Teil1

“Daniel”, rief es mich. Ich drehte mich um und schaute zu meinem Kollegen rüber. “Hast du was gesagt”, fragte ich. Doch er verneinte mit einem kurzen Kopfschütteln. Was war mit mir los? Schon seit einigen Tagen hörte ich immer wieder Stimmen. Meistens riefen sie meinen Namen, manchmal erinnerten sie mich an Situationen. Wie ein Deja-Vu. Aber es waren keine. Es war realistischer. Zu realistisch. Doch ich durfte mich nicht davon irritieren lassen. Schließlich hatte ich eine Aufgabe zu erledigen: Meinen Job.
Es war kein wichtiger, aber wichtig genug, dass man jemanden einstellte, um ihn zu meistern. Ich war IT-Spezialist bei “GermanWebServices”, einer kleinen privaten Firma für Internetprogrammierung, Webmastering und so weiter. es lierf nicht gut in der letzten Zeit. Seit tagen saßen wir schon an unseren Computern um unsere Kunden zufrieden zu stellen. Die paar Kunden, die wir hatten, sollten zumindest so zufrieden sein, wie nur möglich. Doch wie soll man sich konzentrieren mit Stimmen im Ohr und einer Flut von Coffein im Körper? Eine andere Möglichkeit uns wach zu halten hatten wir nicht, als uns in Kaffee, Cola, Energy-Drinks und Coffeinbonbons förmlich zu ertränken. Vielleicht lag es daran. Halluzinierte ich wegen zu viel Coffein? Oder wurde ich langsam verrückt? Ich hatte keine Ahnung, und ehrlich gesagt wollte ich es auch gar nicht wissen. Ich wollte nur arbeiten. Nein, ich musste. Wovon soll ich denn sonst leben? Ich bin froh, einen Job zu haben, zu dieser Zeit, in der Geld mehr wert ist als alles andere. Wir leben im Kapitalimus, dagegen kann man nichts tun. Ich kann nichts tun, außer mich damit abzufinden und weiterzuarbeiten. Doch ich konnte nicht. Immer wieder hörte ich ein Kind rufen: “Daniel”. Es klang sehr verzerrt, doch verständlich. Ich wusste nicht, warum es mich rief, woher es miucht rief, was mich rief. Ich versuchte nur, es zu verdrängen. Doch es kehrte wieder wie ein Bumerang. Ich versuchte ihn wegzuwerfen, doch er holte mich immer wieder ein. Liegt es an mir? Mache ich etwas falsch? Ich weiß es nicht. Weiterarbeiten ist meine Aufgabe, und nicht das Nachdenken über irgendwelche Kinder, deren Stimmen oder sonstetwas…

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